Die Heimkehr

Die Heimkehr (Umarmung)

umarmung01-2„Die Heimkehr“, eine Umarmung von hinten im aufrechten Liegen, ist eine sehr intensive, intime und vertrauensbildende Form der Umarmung. Die umarmende Person schenkt Schutz, indem sie eine Art Höhle bildet, in die sich der Partner hineinlegen kann, während die Arme des Haltenden die gehaltene Person umschließen. Dabei können dessen Hände auf dem Bauch des Umarmten Platz finden oder aber den Umarmten kreuzseitig umschließen. „Die Heimkehr“ weist Parallelen zur Löffelchen-Stellung oder der klassischen Umarmung von hinten auf, Umarmungsformen, die allesamt Gefühle bedingungsloser Verbindung und Wärme in uns erzeugen. Die Heimkehr-Umarmung ist ein Symbol der Einheit, wobei sich der Umarmte voller Vertrauen in den Schutzraum des haltenden Partners begibt und dabei Geborgenheit, Geschütztsein und Vertrauen erfährt. Er kann loslassen und sich hingeben, was starke kindliche Gefühle gegenüber unserem Partner auslösen kann. Der Umarmende wiederum kann dabei das Gefühl des Beschützens und Umsorgens erfahren und somit seine mütterlichen bzw. väterlichen Gefühle stärken. Dabei ist eine starke Verbindung zum Gehaltenen spürbar.

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Die Umarmung erinnert unter Umständen sehr stark an kindliche Erfahrungen auf dem Schoß beschützender Bezugspersonen und kann somit die Vertrautheit und das Vertrauen innerhalb der partnerschaftlichen Beziehung stärken und ausbauen. Auch in partnerbezogenen Schwangerschafts-Seminaren werden diese Effekte während der Umarmung der schwangeren Frau durch ihren Lebenspartner oft genutzt. Wenngleich der Umarmende hier eine beschützende Rolle einnimmt, führen der gemeinsame Atem und die körperliche Wärme zu einer Beruhigung und Entspannung beider Partner. Die Rollenverteilung von Mann und Frau spielt hierbei jedoch letztlich keine Rolle, da sowohl der Mann als auch die Frau auf diese Weise stärkende Gefühle erfahren kann. Ebenso wie sowohl Jungen als auch Mädchen im Schoß ihrer Eltern Zuflucht suchen.

Es empfiehlt sich dabei, dass der haltende Partner aus rückenschonenden und energetischen Gründen möglichst aufrecht sitzt und seine Beine entweder ausgestreckt oder aber angewinkelt hält, da der gehaltene Partner sonst kein sicheres und ausbalanciertes Gefühl entwickeln kann. Der Atem des Umarmenden wirkt zudem direkt auf den Umarmten, sodass sich eine ruhige, Sicherheit vermittelnde Atmung empfielt. Der Gehaltene sollte sich so an den Haltenden legen, dass sein Kopf auf dessen Brust oder Schultern zum Liegen kommt. Dabei darf er sich stets erlauben, seine Position zu seinem Besseren zu verändern und auch Bitten an seinen haltenden Partner auszusprechen.

Das Aufliegen des Kopfes auf der Brust des Partners weist hier wiederum Parallelen zur Technik des „Kangarooings“ bei frühgeborenen Babys auf. Dabei werden die Neugeborenen Haut an Haut auf die Brust der Mutter oder des Vaters gelegt, was deren Wachstum und Genesung signifikant begünstigt.



Eine Verstärkung der Wirkung kann zudem durch beruhigende und Sicherheit vermittelnde Worte des Haltenden erreicht werden, die das Sich Fallenlassen und das Aufbauen von Vertrauen unterstützen (z.B. „Du wirst geliebt.“). Schlüsselworte können hier Vertrauen, Geborgenheit, loslassen, Liebe, ankommen, Atem u.a.m. sein. Auch beruhigende Musik kann den Effekt verstärken.

Die Praxis dieser Übung führt sicherlich nicht um die Bildung unserer eigenen uns Sicherheit schenkenden Erwachsenenrolle für uns selbst (siehe Transaktionsanalyse) herum. Dennoch ermöglicht die Umarmung die Schaffung eines wertvollen Raumes innerhalb der partnerschaftlichen Beziehung und kann bei wechselseitigem Halten und Gehaltenwerden sicherlich ebenso zu einer Stärkung und Sensibilisierung der eigenen „Selbstsicherheit“ beitragen.

Marcus Hartmann, 2017

 

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